Schutzkonzepte

Der Kurs „Schutzkonzepte und Gefährdungsanalysen“ befasst sich mit Institutionen als Ort potentieller Gefahren, aber auch als Ort des Schutzes. Der Kurs besteht aus zwei Teilbereichen.

Im ersten Teil werden in einer instruktiven Wissenseinheit zunächst die Bedeutung, der Aufbau und die Entwicklung von Schutzkonzepten vermittelt. Vermittelt werden sowohl präventive und intervenierende als auch auf eine nachhaltige Aufarbeitung bezogene Zugänge. Ein besonderer Schwerpunkt wird darauf gelegt werden, die organisationalen Besonderheiten zu beachten sowie eine „Kultur der Achtsamkeit“ auszubilden.

In einem zweiten Kursteil werden zunächst unterschiedliche Verfahren und Methoden zur Durchführung von Gefährdungs- und Risikoanalysen sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile der methodischen Zugänge vermittelt. Es werden Good-Practice-Beispiele für Selbst- und Fremdevaluationsinstrumente dargestellt, die ebenfalls für unterschiedliche organisationale Settings geprüft sind.
Nach dieser instruktiven Wissenseinheit, in der Methoden und Verfahren von Gefährdungsanalysen vorgestellt und erlernt werden können, werden in einem zweiten Schritt beispielhaft Gefährdungsanalysen durchgeführt. Am Ende des Kurses steht die Durchführung einer Gefährdungsanalyse in einer ausgewählten Organisation (im günstigen Fall der Organisation, in der die Teilnehmerin oder der Teilnehmer tätig ist).

Für die Prüfung möglicher entstehender rechtlicher Probleme im Kontext der Erstellung von Risiko- oder Gefährdungsanalysen wird eine Rechtsexpertise zur Entwicklung eines konkreten Ablaufschemas und zur Absicherung der gegebenen Empfehlungen vergeben. Ergebnisse der Expertise sollen in einen Ablaufplan/einer Checkliste kondensiert werden, die übersichtlich und praxisnah mögliche rechtliche Probleme aufnimmt und notwendige alternative Handlungsweisen aufzeigt.

Die Kursinhalte zum Thema Schutzkonzepte werden parallel zum Prozess der Gefährdungsanalyse entwickelt und weiterentwickelt. Gefährdungsanalysen werden als Ausgangspunkt für die Entwicklung einrichtungsspezifischer Schutzkonzepte vorgestellt. Es werden Fallvignetten zur Verfügung gestellt und Alltagssituationen simuliert, hierdurch werden Perspektivübernahmen in die organisationalen Positionen unterschiedlicher Akteure ermöglicht. Auf diese Weise kann der Entwicklungsprozess von Schutzüberlegungen aus unterschiedlichen Perspektiven simuliert werden. Grundlegend ist dabei einerseits, dass die drei Elemente von Schutzkonzepten (Prävention, Intervention und nachhaltige Aufarbeitung) differenziert dargestellt sowie andererseits die organisationale Variationsbreite der Teilnehmerinnen und Teilnehmer abgebildet wird. Am Ende des Kurses steht die modellhafte Entwicklung oder Überprüfung des Schutzkonzeptes

Zur Plattform

Das Team

Das Team des Kurses „Schutzkonzepte und Gefährdungsanalysen“ besteht aus folgenden Personen:

Berlin 2014 11 Wolff Prof. Dr. Mechthild Wolff

Die wissenschaftliche Leitung des Kursteils „Gefährdungsanalysen“ obliegt Frau Prof. Dr. Mechthild Wolff an der Hochschule Landshut. Prof. Dr. Wolff lehrt an der Fakultät für Soziale Arbeit erziehungswissenschaftliche Aspekte Sozialer Arbeit und sie ist Studiengangsleiterin des BA-Studiengangs Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind pädagogische Grundlagen, Aufbau und Handlungsfelder der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Beteiligung als Handlungsprinzip, KlientInnenschutz in Institutionen und Implementierung von Schutzkonzepten in Institutionen. Auf der Basis von Forschungs‐ und Entwicklungsprojekten zum Thema der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in stationären Settings legte sie breit rezipierte Qualitätsstandards vor (vgl. Wolff/Hartig 2006). Zudem ist sie in fachpolitischen und wissenschaftlichen Gremien und in Einrichtungen beratend tätig.

Passbild Veronika Winter Dipl. Päd. Veronika Winter

Die wissenschaftliche Mitarbeit im Kursteil „Gefährdungsanalysen“ liegt bei Veronika Winter. Frau Winter ist Diplom Pädagogin mit den Studienschwerpunkten Weiterbildung, Medienpädagogik, Expertise- und Institutionsforschung und Sprecherziehung. Sie war bisher als Bildungsreferentin für die strategische und konzeptionelle Entwicklung der Schularbeit des Bayerischen Roten Kreuzes verantwortlich und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule München im Bund-Länder-Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre tätig.

Berlin 2014 11 Schroeer Prof. Dr. Wolfgang Schröer

Die wissenschaftliche Leitung des Kursteils "Schutzkonzepte" obliegt Prof. Dr. Wolfgang Schröer von der Universität Hildesheim. Wolfgang Schröer ist Professor für Sozialpädagogik und geschäftsführender Leiter des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik sowie Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs 1474 "Transnationale Soziale Unterstützung". Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, Transnationalen Sozialen Arbeit, Migrationsforschung und der Theorie und Geschichte von Sozialpädagogik und Sozialpolitik. Zusammen mit Norbert Struck und Mechthild Wolff ist er Herausgeber des Handbuchs Kinder- und Jugendhilfe. Zudem hat er mit Regina Rätz und Mechthild Wolff ein Lehrbuch Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht. Aktuelle Forschungsprojekte beziehen sich insbesondere auf die stationären Erziehungshilfen sowie auf die Übergänge junger Menschen ins Erwachsenenleben.

Berlin 2014 11 Kuhls Anke Kuhls, Erz.wiss. (MA), Dipl. Soz.päd./ Soz.ar

Für den Kursteil „Schutzkonzepte für Professionelle in Institutionen“ ist Anke Kuhls als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Frau Kuhls ist Erziehungswissenschaftlerin (MA) und Diplom Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin. Sie hat langjährige Praxiserfahrung in der behördlichen Sozialarbeit im Bereich der Erzieherischen Hilfen. Dabei waren die Schwerpunkte Kinderschutz und Vollzeitpflege. Sie ist Leiterin eines Forschungsprojektes zur Pflegekinderhilfe, dass zum Forschungscluster Vollzeitpflege an der Universität Hildesheim gehört. Daneben ist sie Mitglied verschiedener überregionaler Gremien der Pflegekinderarbeit.