Das Projekt

Nach dem Bekanntwerden massiver Fälle von sexuellem Missbrauch in Institutionen im Jahr 2010 war eine wichtige Erkenntnis zu der die Arbeitsgruppe „Forschung und Lehre“ am Runden Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen sowie im familiären Bereich“ der Bundesregierung kam, die Feststellung eines erheblichen Fort- und Weiterbildungsbedarfs im Bereich Prävention von sexuellem Missbrauch. Dies wurde auch von den Betroffenen am Runden Tisch betont.

Aus diesem Grund förderte das BMBF zwischen 2011 und 2014 in unserem Haus ein Forschungsprojekt zur Entwicklung eines Online-Kurses „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch“ für pädagogische und medizinisch-therapeutische Berufe. Im September 2014 konnten wir das Projekt erfolgreich abschließen. Fast 2000 Testpersonen haben den in seiner inhaltlichen und technischen Entwicklung abgeschlossenen und positiv evaluierten Online-Kurs absolviert und ein Zertifikat über die Teilnahme erhalten. Der Kurs wurde in allen Bundesländern in denen dies möglich ist, mit Ausnahme von Berlin, akkreditiert bzw. anerkannt.

Das erfolgreich abgeschlossene Projekt gab uns die Voraussetzung, um die sowohl seinerzeit bereits vom Runden Tisch, aber auch von Vertretern der Bundesärztekammer und der Kultusministerkonferenz sowie von den Teilnehmenden des Online-Kurs gewünschten spezifischen inhaltlichen Vertiefungen zum Inhalt eines neuen Projektantrages beim BMBF zu machen. Dieser wurde genehmigt und am 01.10.2014 startete unser neues Projekt „ECQAT - Entwicklung eines E-Learning Curriculums zur ergänzenden Qualifikation“, das Kurse zur vertiefenden Beschäftigung mit den Themen Traumatherapie, Traumapädagogik, Gefährdungsanalyse und Schutzkonzepte in Institutionen sowie einen Querschnittskurs für Leistungskräfte von Institutionen anbietet.

Ziel des neuen Projektes ist, Fachpersonen, die in Kontakt zu sexuell missbrauchten und/oder multipel traumabelasteten Kindern stehen oder in Institutionen für den Schutz vor (sexueller) Traumatisierung Verantwortung tragen, eine Möglichkeit anzubieten, sich fundiert und bezogen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisstand zu diesen Themen fortzubilden. Das Projekt ist ein Verbundprojekt in Zusammenarbeit mit den Universitäten Bielefeld und Hildesheim sowie der Hochschule Landshut.

Das Team

Das Zentralprojekt

Das Projekt ECQAT ist als Verbundprojekt aufgebaut. Die vier Kurse (Traumatherapie, Traumapädagogik, Schutzkonzepte, Leitungskurs) werden durch die Verbundpartner didaktisch und inhaltlich erstellt.

Die Aufgabe des Zentralprojekts besteht darin, die verschiedenen Kurse des ECQAT-Projektes zusammenzuführen. Das Zentralprojekt übernimmt somit die Koordination des Verbundes sowie die Implementierung und technische Aufarbeitung der erarbeiteten Kurse in Zusammenarbeit mit der Firma Soon-Systems und ist außerdem zuständig für die technische und inhaltliche Betreuung der Teilnehmenden.

img fegert Prof. Jörg M. Fegert

Die wissenschaftliche Leitung des Projekts obliegt Herrn Professor Dr. med. Jörg Michael Fegert. Er ist ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm. Desweiteren ist er Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher und politischer Beratungsgremien und leitet vielseitige Forschungsbereiche im Übergang von Forschung und Praxis im Kinderschutz. Seit 30 Jahren forscht er zu Missbrauchsprävention und klinischen Fragestellungen.

Berlin 2014 11 Plener PD Dr. Paul Plener

PD Dr. Paul Plener ist leitender Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich von Suizidalität und nichtsuizidalem selbstverletzenden Verhalten. Er ist Koordinator des Kompetenzzentrums Kinderschutz in der Medizin Baden-Württemberg, das sich vor allem für die Implementierung von Lehre zum medizinischen Kinderschutz im Bereich der Medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg wie auch im Bereich der ärztlichen Fort- und Weiterbildung einsetzt. PD Dr. Paul Plener hat in diesem Zusammenhang Blended-Learning-Angebote für ÄrztInnen und Medizinstudierende erarbeitet.

UlrikeHoffmann web Ulrike Hoffmann

Frau Ulrike Hoffmann ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin. Sie war als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei mehreren Projekten der Universitätsklinik Ulm zum Thema Kinderschutz beteiligt, u.a. bei der Entwicklung des Online-Kurses „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch“.

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Frau Anna Maier ist Bachelor-Soziologin und Master of Public Health. Sie hat bisher in verschiedenen gesundheitssoziologischen Projekten u.a. im Bereich E-Learning gearbeitet.